Haupt- und Nebendarsteller

Signora Farniente – Ich. Alterstechnisch näher an der 30 als an der 20. Mit dem Herzen näher an Italien als an Deutschland. Ich lernte den Römer vor drei Jahren kennen und lieben und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Erst durch ihn merkte ich, wie viele typisch deutsche Werte ich in mir trug.

Der Römer – er verbrachte fast sein ganzes Leben in Rom – bis er mich traf. Nach einem Jahr entschied er: Basta! Aus! Vorbei mit Rom! Er braucht einen Tapetenwechsel. Also wechselte er das „dolce farniente“ [das schöne Nichtstun] gegen das „Deutsche fanno tanto“ [die Deutschen machen viel]. Sein Abenteuer begann ohne jegliche Sprachkenntnisse in Germania. Nun nach zwei Jahren spricht er ein solides italo-germanisch.

Der Eine A – kennengelernt in Schulzeiten gehen wir nun mehr als zehn Jahre durch dick und dünn. Er ist der Freund, der sich nie aus der Ruhe bringen lässt. Wenn er ein Krafttier hätte, wäre es ein Faultier, denn das kommt seiner Geschwindigkeit am ehesten nach. Langsam und bedacht ist er die Geduld in Person. Er gleicht mich aus, wenn ich mal wieder mit dem Kopf durch die Wand will. Er vermittelt mir, dass Geduld auch etwas angenehmes sein kann und man in der Zwischenzeit ein schönes Buch in einer Hängematte lesen kann.

Der Andere B – kennengelernt in einem Lehrgang. Energetisch, immer zwei Denkschritte voraus, amüsant und nie einem schönen Glas Rotwein abgeneigt, ist er der Gegenpol zum Einen. Auch das Wort Drama ist ihm kein Fremdwort. Er treibt mich an, wenn ich mich gerade zu unrecht ausruhen will und sorgt für gute Laune, wenn ich der Verzweiflung nah bin.

Turtle – meine Schwester. Wir haben die kleinste Selbsthilfegruppe der Welt gegründet und tauschen uns regelmäßig aus. Es geht um alles: Krebs, Schwangerschaft, Partnerschaft und alles dazwischen. Früher war sie kein Fan von mir – mittlerweile ist sie ein ganz großer Fan geworden.

Ova – Turtles und meine Schwester. Die Dritte im Bunde. Sie hat ein geordnetes Leben uns immer tolle Tipps für ihre kleinen Schwestern.